Vorlesung Randomisierte Algorithmen
In vielen praktischen Anwendungen sind Algorithmen selbst dann nicht effizient genug,
wenn die Rechenzeit zwar polynomiell, aber z.B. wie n hoch 3 wächst.
Dann bilden randomisierte Algorithmen, die auf
die Ergebnisse von unabhängigen Münzwürfen (in der Praxis
Pseudozufallszahlen) zurückgreifen können, eine attraktive Alternative.
Es gibt randomisierte Algorithmen, die das richtige Resultat in einer
bestimmten mittleren Rechenzeit liefern. Bei anderen randomisierten
Algorithmen ist zwar eine obere Schranke für die Rechenzeit gesichert, die Antwort des
Algorithmus kann jedoch mit kleiner Wahrscheinlichkeit "weiß nicht" lauten.
Selbst randomisierte Algorithmen, die mit kleiner Wahrscheinlichkeit falsche Ergebnisse
liefern, sind von praktischer Bedeutung, wenn sie wesentlich schneller als die
besten bekannten "normalen", also deterministischen Algorithmen sind.
In dieser Spezialvorlesung sollen Entwurf und Analyse randomisierter Algorithmen
behandelt werden, wobei die Grundlagen aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung
dann vorgestellt werden, wenn sie gebraucht werden. Kenntnisse in
Wahrscheinlichkeitstheorie werden also nicht vorausgesetzt,
sondern anhand von Anwendungen innerhalb der Informatik entwickelt. Da randomisierte
Methoden in immer mehr Informatikgebiete eindringen, ergibt sich hier die Möglichkeit,
nicht nur wichtige Algorithmen kennenzulernen, sondern sich gezielt mit den
Ergebnissen der Wahrscheinlichkeitstheorie vertraut zu machen, die in der
Informatik benutzt werden.